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  Waagestraße: Benennung der Straße, die vom Ziegenmarkt zum Rathaus führt, in dem sich in früheren Jahrhunderten die Ratswaage befindet. Diese Straßenbezeichnung ist schon in dem 1828/29 angefertigten Stadtplan enthalten.       Ratswaage
  Waldmast: Die Möglichkeit die Waldmast für Schweine zu nutzen ist früher sehr begehrt. So wird in den Kaveln jährlich festgelegt, welches Kavelmitglied Schweine in die Mast treiben darf. Dabei ist die Mast im Buchholz und im Sonnenberg besonders gefragt. Nach den Zunftartikeln der Parchimer Schützengilden von 1872 hat der jeweilige Schützenkönig auch "Mastfreiheit für so viele Schweine im Sonnenberg als ein Ratsherr zu gegenwärtigen hat." In einem Bericht über die Parchimer Stadt-forst von 1903 wird dann festgestellt, daß es keine Mastberechtigungen mehr gibt.
Kaveln       Königschuß
 

 

Eröffnungsanzeige des Wall-Hotels; Einweihung des Wall-Hotels als Schützenhaus

  Wall-Hotel: Nach der mecklenburgischen "Steuer- und Zolleinrichtung" von 1863 dürfen nun auch Wohnhäuser außerhalb der Stadtmauer errichtet werden. In Parchim entsteht als erstes Wohnge-bäude jenseits der Mauer das Wall-Hotel. Für dieses Hotel besteht seinerzeit eine "Baucommis-sion", deren Mitglieder wohl auch die Geldgeber für den Bau sind. Es entsteht ein für die Stadt prächtiges Gebäude mit vielen Elementen des Tudorstiles in der Fassade. Es ähnelt so in seinem Äußeren den Herrenhäusern, wie sie in diesen Jahren vielfach auf Rittergütern entstehen. Auch der Innenausbau des Hotels ist großzügig gestaltet. Hier steigen die vornehmen Besucher der Stadt, wie die Großherzöge oder Helmuth von Moltke, ab. Auch die Küche kann das Feinste vom Feinen bieten. So gibt es im Juni 1901 bei einem Festessen mit dem Landesfürsten folgende Speisenfolge: Kraftbrühe mit Mark, Kaviar, Rindskeule mit jungem Gemüse, Seezunge, Krammetsvogelpastete, Rehrücken mit Stangenspargel, Früchte, Butter und Käse. Das Wall-Hotel ist anfangs auch Schützenhaus und ersetzt das alte baufällige Schützenhaus, das früher hier unmittelbar in der Nähe steht. Der Königschuß wird dann 1879 aus Platzgründen auf den Festplatz im Buchholz verlegt. Nach 1945 hat das Gebäude eine wechselvolle Geschichte erlebt. Nach einem umfassenden Um- und Durchbau, bei dem auch die Hausfassade mit ihrem ursprünglichen Aussehen wiederhergestellt wird, wird das Haus von der Sparkasse Parchim-Lübz bezogen. 
Königschuß         Tudorstil 
 



Einweihung des Wallhotels als Schützenhaus

Wallallee: Die Wallallee verläuft in einem großen Bogen um die östliche Altstadt; sie schmiegt sich dabei an die Wallanlagen an. Die Wohnhäuser hier werden nach 1863 errichtet, und um die Jahrhundertwende ist die Straßenseite den Anlagen gegenüber voll bebaut. Sie wird zuerst Wallstraße und seit 1906 im Adreßbuch Wallallee genannt. Von 1949 bis 1990 heißt sie Goetheallee.
Promenade       Wallanlagen

 



Die Wallanlagen mit dem Pavillon und
dem Gedenkstein - Ansichtskarte um 1917
 


das heutige Profil der Wallanlagen

Wallanlagen: Die heutigen Wallanlagen sind die erhaltenen Teile einer in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts angelegten Wall-Graben-Anlage, die zum Schutz der Stadt geschaffen wird. Sie umschließt seinerzeit den östlichen Teil der Stadtmauer vom Wockertor bis zum Eldearm am Mühlenberg. Es wird damals ein breiter Graben ausgehoben, von dessen Tiefe man heute noch einen Eindruck bekommt, wenn man den recht gut erhaltenen Abschnitt bei der Stra-ßenkreuzung Wallallee-Ostring-Friedhofsweg be-trachtet. Der Graben wird früher vom Wockersee und von der Elde mit Wasser versorgt; außerdem fließen noch zwei Bäche, die heute hier nicht mehr vorhanden sind, hierher. Mit dem Erdaushub, der anfällt, wird ein Wall auf der Feldseite aufgeschüttet. Außerdem bleiben auf dem Boden des Grabens noch Land-streifen stehen, die zu Wällen aufgefüllt werden; in dem Abschnitt vom Wockertor etwa bis zur Mitte der Anlage sind es zwei solcher Wälle und im weiter
  Verlauf ist es dann nur einer. Als nach dem Dreißigjährigen Krieg die Wall-Graben-Anlage nur noch geringen militärischen Wert besitzt, werden die Wälle zwischen den Gräben teilweise mit Bäumen bepflanzt. Hierzu werden verschiedene Arten genommen, u. a. Eichen, Buchen, Platanen, Linden und Kastanien. Um die Mitte des vorigen Jahrhunderts wird über die Wallanlagen festgestellt:... der Anblick (ist) unschön, was besonders auffällig wird, weil sich hieran die beliebteste Promenade der Städter anschließt..." Vor der Wende zu unserem Jahrhundert wird die Anlage in Ordnung gebracht. Dabei verschwindet auch der damals noch vorhandene übel riechende Wasserlauf. Im Zusammenhang mit der Entwickelung des Geländes zu einem Park schenkt ein Maurermeister der Stadt einen Pavillon, der dann lange Zeit auf einem der Wälle steht. Dort in der Nähe wird auch anfangs der Gedenkstein für Bürgermeister Stegemann aufgestellt, der später aber versetzt wird. Stegemann hat zu seiner Zeit die Umgestaltung der Wallanlagen gefördert Heute sind die Wallanlagen ein Park mitten in der Stadt, der von den Parchimern gerne besucht wird. 
Mächtige Bäume in den Wallanlagen       Promenade
 

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