Vereine in Parchim: In einigen Adreßbüchern werden die hiesigen Vereine aufgeführt. Fast alle Vereine führen, außer ihrer eigentlichen Zielstellung, noch festliche Zusammenkünfte durch. Diese werden nach der Jahreszeit als Frühlingsvergnügen oder Herbstvergnügen aber auch als Stiftungsfest usw. bezeichnet Die Veranstaltungen finden in der Regel in hiesigen Gasthäusern statt.
  Vereinigung von Alt= und Neustadt Parchim: In der Urkunde über die Vereinigung von Alt= und Neustadt Parchim, die die Herren von Werle 1282 ausstellen lassen, heißt es in einer Übersetzung u.a. "...nach Unserer reiflichen Vereinbarung und Beratung, der Bürger Unserer Stadt Parchim, deren beiden Teilen nach, über die lange zwischen ihnen obgewaltete habende Streitigkeit eine freundschaftliche und feste Vereinigung eingegangen sind..." Es wird dann festgelegt, daß die Ratsmänner in der Bude auf dem Markt der Altstadt zusammenkommen sollen, daß die Fischer mit lebendigen und toten Fischen auf dem Markt der Altstadt ausstehen müssen, daß das Gericht dienstags auf der Altstadt und freitags auf dem Markt der Neustadt gehalten werden soll. Weiter wird bestimmt, daß die Äcker, die vor der Neustadt liegen, wie bisher zu den Erben (Grundstücken) der Neustadt gehören; sie dürfen aber nicht verkauft oder durch Holzrodung vergrößert werden. An den Markttagen sollen sich auswärtige Verkäufer mit ihren "Häker=Waaren" bei der Bude der Neustadt einfinden. Es werden auch Geldstrafen festgelegt, die entrichtet werden müssen, wenn gegen diese Bestimmungen verstoßen wird. Die Einhaltung der Übereinkunft geloben von der Altstadt 16 Ratsmänner und Bürger und von der Neustadt 15 Männer, von denen einer als Ratsmann bezeichnet wird. Als Zeugen werden u. a. der Pleban (Pfarrer) aus Plau, adelige Herren aus der Umgebung und "andere tüchtige und ehrbare Männer mehr" angegeben.
  Vietingshof: Bei der Abzweigung der Straße nach Neuklockow (Kreisstraße 58) von der Ziegendorfer Chaussee (Landestraße 083) liegt der Ausbau Vietingshof. Diese Benennung erscheint in den 20er Jahren auf Landkarten und 1933 im Adreßbuch; sie ist ein Hinweis auf die Sagenfigur des Räuber Vietung, der hier in der Nähe im Sonnenberg gehaust haben soll.     Räuber Vieting
 

 

Parchimer Ansichtskarte  - abgestempelt 1899

 

Visitenkarte der Stadt Parchim: Wenn man sich von Schwerin her Parchim nähert, oder wenn man von der Höhe des Sonnenberges herab nach Parchim kommt, oder wenn man vom Eichberg aus Parchim betrachtet, immer beherrschen die beiden gotischen Backsteinkirchen mit ihren mächtigen Türmen die Horizontlinie; dabei verläuft beim Turm der St. Georgenkirche der Dachfirst mit dem Langhaus und beim Turm der St. Marienkirche quer dazu. Dieses ist der unverkennbare Anblick Parchims, es ist für Ankommende die Visitenkarte der Stadt. Seit dem 18. Jahrhundert wird auf Zeichnungen und Bilder von Parchim diese Sicht auch oft dargestellt. Denselben Blick auf Parchim bieten auch schon frühe Ansichtskarten.

  Vogelsang: Seit 1933 die Benennung der ersten Straße, die von der Buchholzallee - aus der Sicht vom Moltkeplatz - nach links abbiegt, und ab dieser Zeit erfolgt auch die Bebauung der Straße. Der Name Vogelsang kommt in Mecklenburg für Ortschaften und einzelne Gehöfte mehrfach vor. So gibt es bis zum Ende des vorigen Jahrhunderts südlich von Dargelütz eine Schäferei Vogelsang. Der Name könnte jeweils auf eine reiche Vogelwelt in dem betreffenden Gebiet hinweisen.
  Voigtsdorfer Weg: Die Benennung erscheint im Adreßbuch von 1921; die Häuser erhalten erst später eine Numerierung. Der Weg führt zum früheren Forstgehöft Voigsdorf, das auf der Stelle einer einstigen Wassermühle steht, die seinerzeit zu Dargelütz gehört. Der Name kommt von der untergegangenen Ortschaft Voigsdorf, die früher hier in der Nähe liegt. Die Benennung dieser Ort-schaft ist wohl in Zusammenhang mit der ehemaligen Vogtei Parchim zu sehen; vielleicht gehörte das Dorf zur Versorgung des Vogtes. Die Vogtei Parchim wird 1621 im Zuge einer Landesteilung aufgelöst .
  Vor dem Neuen Tor: Als Straßenbenennung erscheint Vor dem Neuen Tor im Adreßbuch von 1901. Vorher wird die Gegend hier, die damals noch wenig bebaut ist, allgemein so bezeichnet
  Vorderstädte: Die Wortführer der Landschaft im Engeren Ausschuß und auf den Landtagen der Stände sind Parchim für den mecklenburgischen Kreis, Güstrow für den wendischen Kreis und Neubrandenburg für den stargardischen Kreis. Die Landschaft sind bis 1918 die Landstädte in Mecklenburg. Die Bezeichnung Vorderstadt für diese drei Städte kommt um 1700 auf und wird in der 1755 ausgestellten Urkunde über den Landesgrundgesetzlichen Erbvergleich eine offizielle Bezeichnung.         Engerer Ausschuß         Kreise-landständische Einteilung
Stellung Parchims unter den mecklenburgischen Städten
  Vorstädte: Kreuztorvorstadt       Neues Torvorstadt       Wockertorvorstadt
 

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