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  Paarscher Weg: Benennung der Straße, die von der Fritz-Reuter-Straße aus - auf der Kreisstraße 21 - in die Richtung zum früheren Kämmereidorf Paarsch verläuft. Diese Bezeichnung erscheint seit 1921 in den Adreßbüchern.
  Papiermachergraben: Der Wasserlauf, der vom südlichen Wockersee aus unter der John-Brinckman- und Wockerstraße, entlang den Rückseiten der Häuser der Neuen Mauerstraße und dann zwischen den Grundstücken der Langen Straße und des Pfaffenhauses hinter dem Haus Langestraße Nr. 37 in den öst-lichen Eldearm fließt, ist ursprünglich der wohl damals über 20 Meter breite Burggraben. Er wurde als Wasserhindernis zum Schutze des südöstlichen Abschnittes der slawischen Burganlage, deren Ruine der Bleicherberg ist, ausgehoben. Dieser Wasserlauf hat die Burgmühle, die damals bei der Langen Brücke steht, und dann eine Walkmühle auf dem Pfaffenhaus angetrieben. Diese Mühle wird dann später zu einer Papiermühle umgebaut, die etwa 40 Jahre bis zum Ende des 18. Jahrhunderts besteht. Und diese Mühle hat dem Graben dann seinen überlieferten Namen gegeben. Allerdings bezeichnen die Parchimer ihn auch manchmal als Wocker; aber der Bach Wocker endet mit seinem Einlauf in den nördlichen Wockersee. Der Papiermachergraben zeigt sich von seiner besten Seite beim Steigerturm in den Wallanlagen. Noch



Der Papiermachergraben            
 beim Steigerturm                           

  vor einigen Jahrzehnten befinden sich hier Holzstege, von denen aus Wäsche im fließenden Wasser gespült werden kann. Derartige Stege zum Wäschespülen, und auch zur Wasserentnahme, sind früher an vielen Stellen des Grabens und auch an den Eldeläufen vorhanden. 
Wocker und Wockersee 
 

Die Papierfabrik am Fischerdamm,
das rechte Gebäude - Ansichtskarte um 1910
Papiermühlen und Papierfabrik: Nachdem die Papiermühle auf dem Pfaffenhaus nicht mehr besteht, erteilt der Magistrat 1816 die Genehmigung, daß die Paarscher Kornmühle zu einer Papiermühle umgebaut wird. Die Papiermühle stellt Packpapier und Schreib-papier u.a. mit dem Wasserzeichen "PARSCH" her. Dieses Schreibpapier wird damals auch vom Parchimer Magistrat benutzt. Die Papiermühle in Paarsch besteht bis etwa 1850. Die Herstellung von Schreibpapier wird einige Jahre vorher auch in  Parchim begonnen. Diese Papiermühle befindet sich
  damals zusammen mit einer Gipsmühle (Gipsmehl ist seinerzeit der einzige Mineraldünger) in einem Gebäude auf dem Fischerdamm; die Mühlen benutzen hier das Wasser des östlichen Eldearmes. Das Mühlengebäude brennt 1848 ab, und ungefähr auf diesem Platz wird ein großes Gebäude für eine Papierfabrik errichtet. Diese Fabrik ist bis etwa 1945 tätig; es werden hier Buchbinderpappen und Packpapier hergestellt. Das Fabrikgebäude am Fischerdamm wird dann später in das heutige Haus mit Wohnungen umgebaut. 
 

Päpstlicher Aufruf zum Wiederaufbau der St. Georgenkirche: M. Cordesius berichtet in seiner Parchimer Chronik von 1670 über den Wiederaufbau der durch Feuer zerstörten ersten Parchimer Kirche, daß er "... der großen Bullen von Rom etliche selbst gesehen und gelesen: Die eine ist Anno 1289 ... an die Stadt Parchim abgegangen darinnen... die Einwohner vermahnet; eine milde Beysteuer zu geben/ damit die St. Georgenkirche/... mögte wieder gebauet und gebeßert werden."

  Parchimer Farben: Schwarz-rot-grün sind die Parchimer Farben. Auch das 1863 im Rathausportal angebrachte Stadtwappen zeigt diese Farben. Die wohl erste farbige Darstellung des Stadtwappens ist am Ratsgestühl von 1623 in der St. Georgenkirche vorhanden. Hier ist das Feld rot, und bei dieser Farbgebung ist es dann auch geblieben. (Heute ist die Farbe hier aber schon sehr verblaßt.) Im Thronsaal des Schweriner Schlosses sind die Wappen von 40 mecklenburgischen Städten dargestellt. Das Parchimer Wappen zeigt hier ebenfalls die Farben schwarz-rot-grün.
  Parchimer Feldmark: Parchim hat bis 1920 mit seinen Kämmereidörfern von allen Landstädten in Mecklenburg die größte Feldmark. Diese hat seinerzeit einen Umfang von 14234,6 ha oder etwa 142 km². Nur die Seestadt Rostock besitzt damals ein noch größeres Gebiet. In seiner "Urgeschicht von Mäckelborg" schildert Fritz Reuter ein Gespräch des Großherzogs mit Vertretern von mecklenburgischen Städten über die große Parchimer Feldmark. "Ja, Herr", säd de ein," von Rostock will`n wi denn ok nicks seggen, aewer wo kümmt Parchen dortau?" - "Ja", säd de anner,"wo kümmt Parchen tau dat Grote Feld?" - "Ja, wo kümmt Parchen tau de välen Stadtgäuder?" säd de drüde - "Wo kümmt Parchen tau den Sünnenbarg?" röp de vierte- "Wo kümmt Parchen dortau ?" röpen`s alltausamen.     Kämmereidörfer  
Stellung Parchims unter den mecklenburgischen Städten      Wüstungsring
 

Notgeldschein der Stadt Parchim
Parchimer Notgeld: Um den Mangel an Zahlungs-mitteln - vor allem in der Zeit der wachsenden Geld-entwertung nach 1920 - zu beheben, bringen viele Städte und auch Länder, wie der damalige Freistaat Mecklenburg-Schwerin, Notgeld in Umlauf. Nach der Überwindung der Inflation im November 1923 haben diese Scheine dann nur noch Sammlerwert.
 
 
 
  Parchimer Ortszeit: In der Nacht vom 31. März zum 1. April 1893 wird im Deutschen Reich die MEZ (Mitteleuropäische Zeit) eingeführt. Der Bürgermeister und Rat teilen am 24. März in der Zeitung mit, daß die öffentlichen Uhren in der Stadt in dieser Nacht 12 Minuten vorgestellt werden. Die bis dahin gültige Ortszeit ergab sich - wie die Ortszeit der anderen Städte im Lande - aus der jeweiligen geographischen Lage.
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