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  Maueranker: An der Backsteinfassade des großen Giebelhauses Lindenstraße Nr.6 sieht man in sechs Reihen angeordnet insgesamt 22 kleine Maueranker. Diese erinnern in ihrer Form an stilisierte Lilien, wie sie vielfach als Bestandteil von Wappendarstellungen er-scheinen. Vielleicht soll dieses Symbol darauf hinweisen, daß das Haus auf einem Grund steht, der früher zum landesfürstlichen Gebiet innerhalb der Stadtmauer gehörte.



Maueranker an dem Haus Lindenstraße Nr.6

  Mauerlieger: Wiekhäuser
  Meyenburger Straße: Benennung des bebauten Teiles der 1905 in Betrieb genommenen Chaussee nach Meyenburg über Neuburg, Siggelkow, Gr. Pankow (Landesstraße 09). Im Adreß-buch von 1928 haben die Wohnhäuser nach Abzweigungung des Paarscher Weges von der Fritz-Reuter-Straße die Anschrift Neuburger Chaussee; dafür erscheint dann im Adreßbuch von 1933 die Benennung Meyenburger Straße. Militärspritzenhaus: Bis etwa 1886 befindet sich ein Militär-spritzenhaus auf dem Schuhmarkt. Es steht damals auf dem Grund, der heute zum Bankgebäude gehört. Auf frühen fotografischen Aufnahmen kann man hier ein kleines Gebäude mit einem großen Tor erkennen. Der Magistrat vereinbart 1875 mit dem hiesigen Dragonerregiment, daß bei allen Bränden in der Stadt die Militärspritze mit einem Hilfskommando zum Einsatz kommt.
  Militärspritzenhaus: Bis etwa 1886 befindet sich ein Militärspritzenhaus auf dem Schuhmarkt. Es steht damals auf dem Grund, der heute zum Bankgebäude gehört. Auf frühen fotografischen Auf-nahmen kann man hier ein kleines Gebäude mit einem großen Tor erkennen. Der Magistrat verein-bart 1875 mit dem hiesigen Dragonerregiment, daß bei allen Bränden in der Stadt die Militärspritze mit einem Hilfskommando zum Einsatz kommt.
  Mittelalterliche jüdische Grabsteine: Auf dem erhöhten Gelände zwischen der Flörke= und Cordesiusstraße in der Nähe des Moltkeplatzes befindet sich im Mittelalter ein jüdischer Begräb-nisplatz. Er kommt in den Stadtakten 1404 als jodekeysser vor; im Laufe der Jahrhunderte erscheint der Judenkayser oder Judenkaifer mehrfach als Flurname. Der Begräbnisplatz wird vermutlich während der großen Pestepidemie, die Mitte des 14. Jahrhunderts Europa heimsucht, verwüstet. Die Grabsteine werden dann u.a. bei der Errichtung von größeren Bauwerken, wie beim Kreuztor und Anbau der St. Marienkirche, verwendet. So ist die Schwelle des Portals des Anbaues dieser Kirche einer der Grabsteine. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts werden die Inschriften der noch vorhandenen Grabsteine von einem Wissenschaftler der damaligen Universität Bützow gelesen. Er stellt auf den Steinen als älteste Jahreszahl 1258 und als jüngste 1346 fest.
 






Mauerverbände an der Stadtmauer und beim Wallhotel (oben) und beim Rathaus

Mittelalterliche Mauerverbände: In Parchim sind mittelalterliche Mauerverbände zum Beispiel bei den großen Kirchen, dem Rathaus und der Stadtmauer zu sehen. Man kann bei uns im wesentlichen zwei Arten der damaligen Verlegung der Backsteine oder Ziegel erkennen, die jeweils bei dem betreffenden Bauwerk vorherrschend sind. So werden diese bei den Kirchen und bei der Stadtmauer so verlegt, daß in den einzelnen waagerecht verlaufenden Lagen der Backsteine jeweils auf zwei Läufer (Längsseiten der Steine) ein Binder (Stirnseite des Steines) folgt. Dabei
  sind die Stoßfugen, d.h. die Mörtelschichten zwischen den Stirnseiten der Steine, meistens etwas dicker als die Mörtelschichten zwischen den einzelnen Lagen der Steine. Diese Verlegungsweise der Backsteine wird meistens als Wendischer oder Mönchsverband bezeichnet; sie wird in unserer Gegend bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts fast ausschließlich angewendet. Später werden die Backsteine in den einzelnen Lagen auch so verlegt, daß auf einem Läufer immer ein Binder folgt; das kann man beim Rathaus sehen. Diese Verlegungsweise der Steine wird meistens als Gotischer oder Polnischer Mauerverband bezeichnet. Bei beiden Mauerverbänden stehen aber niemals zwei Stoßfugen unmittelbar übereinander. Da seinerzeit bei großen Bauwerken in der Regel Füllmauern errichtet werden, ist der Wendische Verband als sparsamer anzusehen; der Gotische ist aber wohl fester, da mehr Binder in den Mauerkern hineinragen.    Backsteinbauweise      Füllmauern 
  Mittelfeld: Das große fast dreieckige Gebiet der Parchimer Feldmark zwischen der Lübzer Chaussee (B 191), dem Paarscher Weg und dem Schalentiner Mühlenbach hat den Flurnamen Mittelfeld. Diese Bezeichnung kommt schon Mitte des 16. Jahrhunderts als Middelveld in den Stadtakten vor.
 

Das Gebäude der Mittelschule
vor dem Umbau 1909
Mittelschule: Mit dem Eintritt Mecklenburgs in den Norddeutschen Bund 1866 entsteht in weiten Kreisen der Bevölkerung das Bedürfnis nach der weiteren Entwicklung des hiesigen Schulwesens. In diesem Zusammenhang wird im Oktober 1873 hier eine Mittelschule feierlich eröffnet; die Feierstunde wird mit der Erinnerung an das 25jährigen Bestehen der Elementarschule verbunden. Für die Mittelschule wird auf dem Mönchhof ein zweigeschossiges Gebäude errichtet. ( Dieses Gebäude, die heutige Adolf-
  Diesterweg-Schule, erhält 1909 teilweise ein zweites Obergeschoß.) Die Aufgabe der Mittelschule formuliert seinerzeit der Rektor als "eine gehobene Bürgerschule und soll als solche die berechtigten Erziehungs- und Bildungsbedürfnisse für die Jugend des mittleren Bürgerstandes, d.h. vorzugsweise des Standes der Gewerbetreibenden, niederen Beamten und der kleinen Landwirte...befriedigen." Es muß eine Aufnahmegebühr entrichtet werden, und das jährliche Schulgeld ist wesentlich höher als bei der Elementarschule. (Es werden jeweils Schulen für Knaben und Mädchen eingerichtet.) Von auswärtigen Schülern wird noch ein Zuschlag zum Schulgeld erhoben. Außerdem muß damals noch Tintengeld und ein Betrag für den Turnunterricht bezahlt werden. Eine "Entfreiung" vom Schulgeld kann bei nachgewiesener Bedürftigkeit erreicht werden. Die Mittelschule besteht bis 1945.
Adolf-Diesterweg-Schule       Schulen in früherer Zeit 
  Mittelstraße: Benennung der Straße, die sich vom Alten Markt bis zur Alten Mauerstraße er-streckt. Sie ist mit diesem Namen schon im Stadtplan von 1828/29 eingezeichnet. Die Straße ver-läuft durch die Mitte der Altstadt und trennt die Wockertor- und die Kreuztor-Heerdeschaft.
Heerdeschaften
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