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Der Galgenberg mit dem Findling
- Aufnahme um 1930
Galgenberg: Im Bereich des Überganges der Buchholzallee in das Buchholz liegt auf der südlichen Seite der Galgenberg. Auf einer Stadtansicht, die vor 1690 angefertigt wird, ist schon an dieser Stelle ein Galgen eingezeichnet. Der Parchimer Chronist F. J. Chr. Cleemann berichtet 1825: "... Der Galgen ward früherhin aus Holz, ward 1728 aus Stein gebauet und nach dem Beschlusse vom 14. August 1820 mit dem Vorbehalte abgenommen... daß er nötigenfalls wieder erbauet..." Der Galgen, der damals schon seit vielen Jahren seine Aufgabe nicht mehr zu erfüllen brauchte,
  ist seinerzeit für die Spaziergänger ein unangenehmer Anblick. Damals wird dann an seiner Stelle ein Findling mit der eingemeißelten Inschrift "Gerichts-Platz" aufgestellt. Dieser Stein ist um 1950 noch vorhanden. Zu dieser Zeit legen auch spielende Jungen beim Bau einer "Höhle" zwei menschliche Schädel frei. Heute ist der Zugang zum Galgenberg durch umliegende Gärten und Garagen fast vollständig versperrt.
  Gänsekamp: Seit 1929 heißt die erste Straße, die vom Dammer Weg - von der Bahnschranke aus gesehen - nach rechts abzweigt, Am Gänsekamp. Etwa seit den 70er Jahren wird nur noch Gänsekamp geschrieben. Der Flurname Gooskamp kommt in dieser Gegend schon im Mittelalter vor. Goos oder Gäus ist das plattdeutsche Wort für Gänse, und mit Kamp wird in dieser Landschaft ein abgegrenztes oder aufgeteiltes Feld- oder Ackerstück bezeichnet.   
  Gartenstraße: Die zweite Straße , die von der Buchholzallee - aus der Richtung vom Moltkeplatz - nach links abzweigt, hat seit 1920 die Benennung Gartenstraße. Einzelne Häuser stehen hier aber schon über ein Jahrzehnt früher. Unmittelbar bei der Abzweigung befindet sich seit den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts bis um 1910 das Tivoli, ein beliebtes Restaurant. Die Tanzhalle dieser Vergnügungsstätte brennt 1895 durch eine Explosion von Feuerwerkskörpern ab. Hier im Hause wohnt damals auch ein Kunstfeuerwerker.
 



Der Ausleger für eine frühere Straßenlampe
an dem Haus Lindenstraße Nr. 46

Gasanstalt: Eine englische Firma errichtet 1864 hier an der Elde gegenüber dem alten Hafen ein Gaswerk. In diesem Zusammenhang wird auf dem Bleicher-berg, der Ruine des alten Burgwalles, ein Gasbehälter aufgestellt. Außer den Hausanschlüssen gibt es hier zeitweise bis zu 300 Gaslaternen zur Beleuchtung der Straßen. Diese Lampen werden täglich von Lampen-wärtern überprüft, die gegebenenfalls mit einem Werkzeug, das an einer langen Stange befestigt ist, die Brenner, die durch Fernzündung betrieben werden, nachregulieren. Der letzte sichtbare Zeuge dieser aufwendigen Beleuchtungsanlage, ein gußeiserner

  Ausleger für eine Lampe, befindet sich bis 1996 an dem Haus Linderstraße Nr. 46. (Heute wird dieser Ausleger im Museum der Stadt Parchim aufbewahrt.) Seit Ende der 60er Jahre erhält die Stadt eine Versorgung mit Ferngas und die Gasanstalt wird abgebrochen. 
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