gehe zur Seite 1 2  / oder am Seitenende mit vorwärts und zurück blättern

  E.E. Bürgermeister und Rat: Bis in die ersten Jahrzehnte des vorigen Jahrhunderts lautet die schriftliche - und vermutlich auch die mündliche - Anrede des Ratsgremiums "E.E. Bürgermeister und Rat". Dabei steht "E.E". für Ehrenwerter und Ehrsamer.
Magistrat      Parchimer Ratsherren und Bürgermeister
  Ebeling: Dr. Johann Phil. Chr. Theo. Ebeling, Stadtphysikus und Ratsapotheker, (1753 - 1795) setzt sich Ende des 18. Jahrhunderts dafür ein, daß die durch Überbelegung der Parchimer Kirchhöfe innerhalb der Stadt entstandenen gesundheitsgefährdeten Verhältnisse beseitigt werden. Dafür muß nach seiner Überzeugung, eine neue Anlage außerhalb der Stadtmauer geschaffen werden. Ebeling erreicht aber nur, daß er und seine Töchter, die vor ihm sterben, auf dem Armenfriedhof der früheren St.Gertrudenkapelle vor dem Neuen Tor beigesetzt werden. Sein Grab wird um die Wende zu unserem Jahrhundert eingeebnet, und die wertvolle eiserne Grabplatte kommt zum Alten Friedhof. Die Grünanlage bei der Aufgabelung der Bahnhof- und Ludwigsluster Straße heißt noch heute im Volksmund Ebelings Platz oder Ebelings Grab. Die Straße, die den Südring vor der Brücke über die Elde kreuzt, erhält 1932 den Namen Ebelingstraße.
 

Die Gedenkstätte auf dem Eichberg.
Ehrenhain auf dem Eichberg: Die Stadtverordneten beraten 1922 über die Schaffung einer Gedenkstätte für die im Ersten Weltkrieg Gefallenen aus Parchim. Es vergeht aber noch fast ein Jahrzehnt, bis sie im Juni 1931 eingeweiht wird. Diese Anlage befindet sich auf einer in den Wockersee hineinragenden Ausbuchtung des Eichberges, die zur Wasserseite hin steil abfällt. Nach dem Plan des hiesigen Baumeisters W.Cords wird ein runder Wall geschaffen, an dessen hinterem Abschnitt ein aus blaugrauen Klinkern errichteter
  symbolischer Sarkopharg steht; an der Innenseite des etwa 1,5 Meter hohen Walles liegen Feld-steine mit den eingemeißelten Emblemen der früheren mecklenburgischen Truppenteile. Diese würdige Anlage wird ausschließlich mit Mitteln geschaffen, die von Vereinen und von privater Seite zur Verfügung gestellt werden. Nach 1945 wird am Fundament des Sarkophargs eine Inschrift angebracht, die der Opfer des Zweiten Weltkrieges gedenkt.
  Eichberg: Die etwa 61 Meter hohe Erhebung des Höhenzuges am Ostufer des Wockersees in der Richtung zur Stadt hin mit dem damaligen Eichholz (eekholt) wird schon sehr früh schriftlich erwähnt. Das Eichenholz ist inzwischen lange verschwunden.. Im Laufe der Zeit befindet sich hier eine Windmühle und später der Pulverturm. Heute steht auf der Kuppe des Eichberges die Kapelle des Neuen Friedhofes; und auf dem abfallenden Gelände auf der nordöstlichen Seite des Berges erstreckt sich die Liegewiese für das Freibad am Wockersee.     Neuer Friedhof      Pulverturm
  Eichenweg: Seit 1992 die Benennung einer Straße im Gewerbegebiet Möderitzer Weg.
 

Eingeschabte Strich- und Rundmarken
an der St.Georgenkirche
Eingeschabte Vertiefungen an der St. Georgen-kirche: An der Süd- und Westseite der St. Georgen-kirche sind im Mauerwerk viele einge-schabte Rund- und Strichmarken zu sehen. Diese Marken befinden sich alle in einer solchen Höhe, daß sie von einer er-wachsenen Person erreicht werden können. Derartige Marken sind auch an der St. Marienkirche und an vielen anderen Kirchen im weiten Umkreis vorhanden. Ziegel- und Steinmehl wird bis in die jüngste Vergan-genheit in vielen Gegenden bei Mensch und Tier gegen allerlei Krankheiten und Gebrechen innerlich und äu-ßerlich angewendet. Dieses Pulver ist dann besonders
  wirksam - so glaubt wohl früher -, wenn es von einem geweihten Bauwerk stammt.
  Einwohnerzahlen: Die Anzahl der Bewohner Parchims wird um 1500 mit etwa 3000 und zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges mit etwa 5000 Personen angenommen. Nach einer Mitteilung des Parchimer Chronisten M.Cordesius sind 1625 an der Pest 1600 Personen gestorben. Genaue Angaben liegen dann aus den Volkszählungslisten seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts vor. Im Jahre 1764 werden 2520 Personen gezählt und 1791 sind es 3308 Personen, im Jahre 1803 sind es 3902 Personen, 1863 sind es 7105 Personen, 1901 sind es 10170 Personen und 1937 sind es 13428 Personen. Nach 1945 erhöht sich die Anzahl der Bewohner der Stadt zum Ende der 80er Jahre bis zu annähernd 24000 Personen. Für Anfang 1995 werden 21505 Parchimer angegeben.

Eiszeit: Die vielgestaltige Landschaft in der Parchim liegt, wurde durch die Gletscher der Eiszeit geformt. Diese gewaltigen Eismassen haben die Bodenerhebungen - wie den Sonnenberg - aufgeschoben, und deren Schmelzwasser haben die Niederungen - wie das Tal der Elde - ausgewaschen. So ist eine Oberfläche mit fruchtbaren Lehmböden, weniger ertragreichen Sandböden, feuchten Moorflächen und vielen fließenden und stehenden Gewässern entstanden. Auch die unerschöpflichen Mengen von kleinem und großem Gestein haben die Gletscher hierher gebracht.    Backsteinbauweise

  zurückzum Seitenanfangvorwärts