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Baadestraße: Die Baadestraße ist die nordöstliche Verlängerung des Ziegenmarktes bis zur Mittelstraße. Der Name kommt von den Boten des Gerichtes (Scharfrichter, Frohner oder Büttel), die hier seinerzeit wohnen. Bad` bedeute soviel wie Bote. Als Platea Bodenstraten erscheint sie schon 1388 in städtischen Schriften. Im Stadtplan von 1828 wird in der Baadestraße noch die Wohnung des Scharfrichters ausgewiesen.

 

Backsteinbauweise: Das Bauen mit Backsteinen, gebrannten Ziegeln, kommt in Mitteleuropa um 1150 auf. Die Ausgangsstoffe für diese Bauweise sind zu damaliger Zeit in der Parchimer Umgebung ausreichend vorhanden. Dabei handelt es sich um Ziegelerde, Kalk, Kies, Holz und Wasser. Eines der frühesten Bauwerke in diesem Landesteil, das seinerzeit mit dem neuen Baumaterial errichtet wird, ist wohl die um 1200 entstandene erste Parchimer St.Georgenkirche. Diese Kirche wird 1289 durch einen Brand weitgehend zerstört; aber ihre nicht verbrannten Überreste sind zum Beispiel im Westgiebel des zweiten Baues, der heutigen Kirche, noch zu sehen. Weitgehend im Dunkeln bleibt es, woher die Männer kommen, die die Ziegel brennen, den Mörtel zubereiten und die Mauern und Gewölbe errichten können. Vielleicht sind es Mitglieder der Ratzeburger oder Schweriner Dombauhütte, die damals vom Landesfürsten hierher gerufen werden, um an der Südgrenze seines Landes in der Nähe der Burg und des Eldeüberganges eine Kirche zu bauen. Von den Parchimern werden dann in den folgenden etwa zweieinhalb Jahrhunderten noch eine Reihe von großen Backsteinbauwerken errichtet. Dieses sind u.a. die beiden Kirchen, die Stadtmauer mit den Doppeltoren und das Rathaus. Die mittelalterlichen Ziegel sind größer als die heutigen. Sie können deswegen wohl stärker gebrannt werden; aber eine bestimmte Größe darf nicht überschritten werden, wenn die Festigkeit erhalten bleiben soll. Diese Ziegel haben in der Stadtmauer (beim Wallhotel) die Ausmaße 26/27 x 9,5 x 13/14 cm; man bezeichnet diese Größe auch als Klosterformat.    Mittelalterlicher Mauerverbände

 

Die frühere Militärbadeanstalt

Badeanstalten: Seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts besteht am Eldeufer in der Nähe der Langen Brücke eine Badeanstalt. Anfangs sind nur Badekabinen für zwei Personen, die in den Fluß hineingebaut sind, vorhanden; in den neunziger Jahren wird hier auch eine Schwimmhalle errichtet. Diese Einrichtung besteht bis etwa 1925. Seit 1881 werden in den Adreßbüchern die Vereinsbadeanstalt in der Schweriner Straße (dort wo sich heute der Bootsverleih befindet) und die Militärbadeanstalt am Ostufer des Wockersees (am Fuße des Eichberges) aufgeführt. Die städtische Freibadeanstalt, die heute

 

noch besteht, erscheint seit 1921 in diesen Büchern. Bei der Benutzung der Vereinsbadeanstalt muß man Eintritt bezahlen; der Besuch der Freibadeanstalt ist kostenlos. Es sind in diesen Anstalten jeweils Badebecken für Nichtschwimmer abgegrenzt, und für Schwimmer sind Sprungbretter vorhanden. In der Zeitung wird 1929 berichtet, daß es in beiden Badeanstalten gesonderte Badezeiten für Frauen und Männer und in der Vereinsbadeanstalt auch noch für Familien gibt. Die Badeanstalten sind als Holzbau hergestellt, und die Vereinsbadeanstalt ist noch von einem hohen Bretterzaun - als Sichtschutz - umgeben. Die Militärbadeanstalt wird nachmittags auch von der Schwimmabteilung des MTV (Männerturnverein) genutzt. Hier werden damals auch Schwimmprüfungen abgenommen. Wer unter Aufsicht eine Stunde geschwommen ist, darf sich

 

einen Totenkopf und bei zwei Stunden eine Krone auf die Schwimmhose nähen lassen. Das höchste Abzeichen auf der Badehose ist aber seinerzeit der Adler der D.L.R.G. (Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft), der aber erst nach einer besonderen Prüfung, die zum Beispiel Strecken-und Tieftauchen, Schwimmen in Kleidern und die Ausführung von Wiederbelebungsversuchen umfaßt, getragen werden darf. Die Vereins- und die Militärbadeanstalt werden vor der Mitte unseres Jahrhundert abgebrochen. Außer den Badeanstalten gibt es aber das bis heute beliebte Freibad am Eichberg.




 Die Wasserbergbrücke -                
 Ansichtskarte um 1910                  

 

Baderbrücke: Der abschüssige Gang zwischen der Blutstraße und dem Fischerdamm wird früher als Baderberg bezeichnet, weil hier seinerzeit ein Bader wohnt, der eine Badestube betreibt; und die Brücke, die hier über den Eldearm führt, wird Baderbrücke genannt. In den Adreßbüchern seit 1873 steht die Benennung Wasserberg und die Brücke heißt jetzt Wasserbergbrücke. 

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