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  August-Bebel-Straße: Seit 1945 die Benennung der ersten Straße, die von der Buchholzallee - aus Sicht vom Moltkeplatz - nach rechts abzweigt. Diese Straße entsteht um 1906/07; sie erhält damals den Namen Johann-Albrecht-Straße, nach dem Herzog-Regenten, der um die Jahrhundertwende für den seinerzeit noch unmündigen Großherzog die Regentschaft ausübt.
  Augustenstraße: Die erste Straße, die von der Putlizer Straße in der Richtung zum Sonnenberg nach rechts abzweigt, wird seit 1901 in den Adreßbüchern nach der Kaiserin Augusta (1811-1890) als Augustenstraße bezeichnet. Vorher heißt sie Verbindungsstraße.
  Augustin, Karl: K. Augustin (1901 - !942), Lehrer, ist seit Anfang der 20er Jahre ein wirksamer Heimatforscher. Besonders im Parchimer Stadtarchiv erwirbt er sich durch ein umfangreiches Auswerten von Akten, Urkunden und Dokumenten reichhaltige Kenntnisse, die er in vielen Aufsätzen, Vorträgen und Broschüren weitergibt.. Sein Hauptwerk ist wohl die "Geschichte der Stadt Parchim" von 1926; dieses Buch erscheint 1995 als Reprint.
  Ausflugslokale: Bis 1945 bestehen in der näheren Umgebung Parchims verschiedene Ausflugslokale, die von Familien bei einem Sonntagnachmittags-Spaziergang günstig aufgesucht
werden können, um sich hier mit einem Getränk und einem Stück Kuchen zu erfrischen. Sehr beliebt sind dabei die Schützenhalle auf dem Festplatz im Buchholz und der Brunnen bei der Eldebrücke, wo die Chaussee nach Putlitz den Fluß überquert.
Brunnen an der Elde        Schützenhalle
  Aussichtsturm: Bei der Liegewiese des Freibades am Eichberg wird 1936 ein Aussichtsturm errichtet; seine oberste Plattform befindet sich 23 m über dem Boden. Der Turm wird vollständig aus Douglasienholz hergestellt, denn es soll auch die Verwendbarkeit dieses Holzes gezeigt werden.    Douglasien 



Der frühere Aussichtsturm beim        Eichberg - Ansichtskarte um 1940  

  Ausübung der Bürgerrechte: Nach der "Ordnung der Bürger-Repräsentation und der Magistrats-Wahlen für die Stadt Parchim" von 1832 können nun alle Bürger wählen und gewählt werden. Damit wird die berufsständische Grundlage überwunden, bei der nur die Handwerksämter die Bürgervertreter stellen. Aber wählen können nur die Parchimer, die den Bürgereid abgelegt haben, und dieses ist von bestimmten Bedingungen abhängig. Noch 1884 wird u.a. festgelegt, daß Bürger nur Männer sein können, die das 25. Lebensjahr abgeschlossen haben und daß Tagelöhner von der Erlangung des Bürgerrechtes ausgeschlossen sind. Diese Fest-legungen bleiben bis 1919 in Kraft.
Bürger und Einwohner
 
 

Anzeigen aus der Norddeutschen Post von 1854
Auswanderung: Besonders in den mittleren Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts wandern viele Mecklenburger aus; das Ziel ist meistens Nordamerika. Die Parchimer Zeitung "Norddeutsche Post" berichtet 1873, daß zum Beispiel im Vorjahr 9500 Personen aus dem Lande ausgewandert sind; 1865 sind es 5579 Personen gewesen. Unter den Auswanderern befinden sich ganze Familien aber auch unverheiratete Männer und Frauen aus Parchim. Für die Auswanderung ist ein Konsens (Genehmigung) der Landesregierung erforderlich. Die Auswanderung ist mit verhältnismäßig großen Ausgaben verbunden. So kostet etwa die Überfahrt soviel, wie ein Pferdeknecht oder eine Köchin in einem Jahre verdienen. Außerdem muß Reiseverpflegung beschafft werden; und hierfür kommen nur haltbare, und daher auch teure, Lebensmittel, wie Schinken, Mettwurst und Käse in Frage. Denn alleine die Seereise von Hamburg dauert 
 

sechs bis neun Wochen. Die Auswanderungswilligen werden auch in Parchim von Geschäftemachern umworben, die ihnen bei der Vorbereitung der großen Reise behilflich sein wollen. Verschiedene Behörden, wie der Parchimer Magistrat, versuchen aber auch durch Auswanderung, mißliebige Personen abzuschieben; hier werden dann sogar die Reisekosten übernommen. Im Dezember 1878 wenden sich einige frühere Parchimer, die vor annähernd dreißig Jahren ausgewandert sind und nun in Milwaukee (USA) wohnen, an den hiesigen Magistrat, und bitten um Nachrichten über die Entwicklung der Stadt. Ein Lehrer wird nun beauftragt, einen entsprechenden Bericht anzufertigen. Dieser Bericht wird zusammen mit zwölf Fotografien von Parchim und drei Jahrgängen der "Norddeutschen Zeitung" nach Milwaukee geschickt.

 
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