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  Apothekenstraße: Um 1810 erteilt der Parchimer Rat die Genehmigung, die Ratsapotheke aus dem Anbau der Ratsbude - die zwischen der St.Georgenkirche und dem Rathaus steht - in das Eckhaus am Ziegenmarkt zu verlegen. Seit 1829 erhält dann auch die Straße zwischen der Blutstraße und dem Ziegenmarkt die Bezeichnung Apothekenstraße
  Armenhäuser: Der Chronist M.Cordesius berichtet :"Anno 1533 bey der damahl gehaltenen Visitation sind zehen Hospitalia und Armen - Häuser zu Parchim gezehlet worden." Im Zuge der Überprüfung durch die "Fürstl. Herren Visitores" wird die Anzahl der Armenhäuser auf vier verringert. Auf den Stadtplänen vom Beginn des vorigen Jahrhunderts ist dann nur noch ein Armenhaus eingezeichnet, es steht unmittelbar vor dem Wockertor. Dieses Haus wird 1865 auf Abbruch verkauft. Dafür wird das städtische Armenhaus in der Bauhof-Ecke-Alte Mauerstraße - gegenüber dem damaligen Krankenhaus - eingerichtet. Das Adressbuch von 1914 gibt an, daß hier, außer dem Aufseher, neun Frauen, meistens Witwen, und ein Mann leben. Noch im selben Jahr wird diese Einrichtung aufgelöst und das neu errichtete Städtische Pflegeheim am Siggelkower Weg bezogen.     Pflegeheim
 

Schädelknochen eines Auerochsen
- im Museum der Stadt Parchim
Auerochse: Der Landesfürst zeigt seit 1219 einen stilisierten Stierkopf als sein Schild - und Siegelzeichen; und das Parchimer Siegel von 1293 - das älteste, das auf uns gekommen ist - zeigt auch einen Stierkopf. Insgesamt haben 27 mecklenburgische Städte einen Stier in irgendeiner Form in ihrem Wappen. Hierbei handelt es sich um einen Auerochsen, der auch Ur genannt wird. Von diesen mächtigen wildlebenden Auerochsen stammen die Hausrinder ab. Die letzten Auerochsen leben Anfang des 17. Jahrhunderts in den großen polnischen Waldgebieten; sie werden hier als Ture bezeichnet. 
  Das heutige Amt Ture im Landkreis Parchim führt den Namen des früheren slawischen Landes Ture, das später in Lübz umbenannt wird. Die Bezeichnung Ture weist auf das Wildrind hin, das damals auch in dieser Gegend vorkommt. Im Museum der Stadt Parchimwird der Schädelknochen eines Auerochsen gezeigt, der 1961 bei den Möderitzer Tannen aus der Elde gebaggert wird.
Parchimer Siegel
  Auf dem Brook: Als platea qual dicitur broc (Straße, welche Brook genannt wird) kommt diese Straße schon 1302 in einem Schriftstück vor. Es ist die älteste nachgewiesene Straße in Parchim. Seit der Mitte des 15. Jahrhunderts erscheint in lateinischen Texten das Plattdeutsche "uppe dem Broke." Brook bedeutet soviel wie Bruch, damit wird ein sumpfiges Gelände bezeichnet. Diese Gegend hier hat im Stadtgebiet den geringsten Höhenunterschied zum Wasserstand der Elde. Eine Zeitung berichtet 1888, daß man beim Ausheben eines Kellerraumes in dieser Straße in 1 Meter Tiefe auf eine Torfschicht gestoßen sei und daß der Boden darüber offenbar aufgeschüttet ist.
 

Kapelle zum Heiligen Geist 
- aus einer Zeichnung 1696
Auf dem Heiligen Geisthof: Die Benennung der kleinen Straße, die fast in Verlängerung der Heidestraße von der Wockerstraße abzweigt. Der Name kommt von dem Haus zum Heiligen Geist , einem Armenhospital. Diese Stiftung wird schon 1265 urkundlich erwähnt. Sie liegt mit ihren Neben- und Wirtschaftsgebäuden auf der Fläche zwischen der Wocker- und Lindenstraße und dem Sassenhagen; sie hat Grundbesitz in der Stadt und in umliegenden Dörfern. Eine 1696 angefertigte Zeichnung zeigt die Kapelle des Heiligen Geistes als ein turmloses Giebelhaus, das in der Linie mit den Häusern der heutigen Wockerstraße steht. Die Kapelle hat ein gotisches Portal und darüber ein großes Spitzbogen-
  fenster mit mehrfach gegliedertem Stabwerk. Über dem Fenster befindet sich eine Uhr.  Wegen des Reichtums an Grundbesitz kann sich der Stift die Uhr wohl leisten; und allein für das "Stellen der Zeiger" hat ein Parchimer hier freie Wohnung.      Speicher 
  Auf dem Sassenhagen: Der Sassenhagen wird schon 1349 schriftlich erwähnt. Vielleicht siedeln damals hier einwandernde Sachsen in einem eingefriedeten Stück Land, d.h. einem Hagen. Es wird dann in alten Stadtplänen zwischen der ersten Sassenhäger Straße (zum Wockertor hin) und der zweiten Sassenhäger Straße (zum Kreuztor hin) unterschieden; sie werden beide durch die Mittelstraße getrennt. Seit 1873 wird diese Straße in den Wohnungsanzeigern als Berliner Straße bezeichnet. Diese Benennung ist wohl im Zusammenhang mit der Reichsgründung von 1871 zu sehen. Im Adreßbuch von 1933 erscheint wieder der Name Auf dem Sassenhagen. Nach 1945 wird sie als Otto-Volkmann-Straße, nach einem im Spanischen Bürgerkrieg gefallenen Parchimer, benannt. Seit 1990 hat sie wieder den alten Namen erhalten.
  Auf den Hufenstücken: Die Benennung einer Straße in dem Ende der 30er Jahre errichteten Wohngebiet südöstlich des Alten Friedhofes. Die Flurbezeichnung Hufenstücke für dieses Gebiet kommt schon 1351 im städtischen Schriftverkehr vor. Das Wort Hufe wird im Sprachgebrauch mit verschiedener Bedeutung angewendet: Es ist die Bezeichnung für ein Landmaß - das trifft für den Flurnamen hier zu -, und es ist auch die Bezeichnung für eine Bauernstelle.
  Aufziehen der Kirchturmuhr: Das Aufziehen der Turmuhr der St.Gorgenkirche ist früher eine körperlich schwere Aufgabe. Dazu müssen viele Treppenstufen, bis zur Uhr im Turm sind es etwa 150, bestiegen und dann die schweren Antriebsgewichte hochgewunden werden. Diese Aufgabe wird wöchentlich von einem Uhrmacher wahrgenommen. Wegen der Wartung der Turmuhren im Lande gibt es früher viele Streitereien. So muß im vorigen Jahrhundert die Landesregierung mehrfach die Magistrate auf ihre Pflichten hinweisen, da die "Thurmuhren... mehr den Bedürfnissen des Orts, als der kirchlichen Gemeinde dienen." In einer Urkunde von 1545 wird berichtet, daß damals schon eine stattlicher Turmuhr mit schweren Gewichten beschafft wird. Die jetzige Uhr der St. Georgenkirche von 1978 wird elektrisch angetrieben. Der Chronist Cleemann berichtet 1825, daß die Turmuhr der St.Marienkirche "nur voll schlägt" und daß auf dem Uhrwerk die Jahreszahl 1759 steht. Ein Parchimer Uhrmacher erhält 1915 den Auftrag, für diese Kirche eine neue Uhr zu beschaffen; die Zifferblätter sollen aber erst nach dem Kriege, im Zusammenhang mit einer Reparatur des Turmes, angebracht werden. Daraus ist dann aber nichts geworden.
Turm der St. Georgenkirche
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