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  Älteste Parchimer
Privilegienbestätigung:
In einer über-lieferten Urkunde, die 1225/26 ausgefertigt wird, bestätigt der damalige Landesfürst den Parchimer Bürgern umfangreiche Privilegien. Im einzelnen geht es dabei zum Beispiel um die Aufteilung und Verwendung der Ge-richtseinnahmen, das Erb= und Eigentums-recht, um gewisse Zollfreiheiten, die Be-nutzung von Weideflächen und um Fischer-eigerechtsame. Es ist insgesamt ein Doku-ment mit ausgereiften rechtlichen Grund-



Urkunde mit der Privilegienbestätigung      

  sätzen, die den Gegebenheiten ihrer Zeit entsprechen. Als Parchimer Recht, das auch Goldberg, Plau und Sternberg verliehen wird, ist der Inhalt dieses Schriftstückes in die Geschichte eingegangen. Diese Urkunde ist das älteste erhaltene Dokument, das sich auf die Stadt Parchim bezieht; es ist keine Gründungsurkunde der Stadt. Aus den folgenden Jahrzehnten liegen weitere Privilegienbestätigungen von den jeweiligen Landesfürsten vor, sie haben im Kern immer denselben Inhalt.   Jubiläumsfeiern 700 und 750 Jahre Parchim       Parchimer Recht 
Städte mit Parchimer Recht
  Ältester Vorfahre von Heinrich und Thomas Mann:
Auf dem Eckgrundstück Mittelstraße -Am Rathaus steht 1643 das Haus des Kaufmannes Johann Mann, des ältesten nachweisbaren Vorfahren der Gebrüder Heinrich und Thomas Mann. In seinem Roman "Buddenbrooks", der autobiographische Züge hat, schreibt Th. Mann, wie der Konsul Buddenbrook in den Familienpapieren blättert, in denen aufgezeichnet ist:"... wie am Ende des 16. Jahrhunderts ein Buddenbrook, der älteste, der bekannt ist, in Parchim gelebt und sein Sohn in Grabau Ratsherr geworden sei..."
 

Plan der Altstadt - ursprünglicher Umfang
Altstadt Parchim: Die Altstadt Parchim entsteht wohl um 1200 auf dem rechten Eldeufer in der Nähe der schon 1170 urkundlich erwähnten Burg Parchim. Die Stadt wird anfangs nur durch einen Holzplankenzaun geschützt. Dieser Plankenzaun umschließt ein Gebiet, dessen Grenze im Westen auf dem Hochufer der Elde - bei der heutigen Blutstraße - verläuft, und diesem Verlauf fügt sich im Osten eine Fläche an, deren Grenze etwa einen halbkreisförmigen Bogen macht, der annähernd dem Abschnitte der heutigen Linden-straße zur Blutstraße hin und der Lage der Rosenstraße entspricht.
  Bis in die ersten Jahrzehnte des nächsten Jahrhunderts wird das Stadtgebiet auf diesem Eldeufer nach allen Seiten über die Planken hinaus wesentlich vergrößert, um Platz für neue Bürger zu schaffen, die hier seßhaft werden. Das Gebiet der Altstadt Parchim erhält damit im großen und ganzen die Ausdehnung, die bis 1863 bestehen bleibt.
  Am Badstaben: Seit 1934 die Benennung einer Straße, die vom Dammer Weg abzweigt. Die Bezeichnung kommt von dem Flurnamen eines in der Nähe der Elde gelegenen Geländes.
  Am Barschseemoor: Name einer Straße in dem seit der zweiten Hälfte der 30er Jahre errichteten Wohngebiet östlich des Alten Friedhofes. Die Benennung ist von dem Flurnamen für ein Gebiet am nördlichen Buchholzrand genommen.
  Am Bostenberg: Seit 1930 der Name der Verbindungsstraße vom Westring zur Ziegendorfer Chaussee. Hier besitzt (nach H.Kracht) seiner Zeit ein Schuster Bost ein Ackerstück; daraus wird dann ein allgemein gebräuchlicher Flurname.
  Am Buchholz: Seit 1927 die Bezeichnung für eine Straße, die am Ende der Buchholzallee in der unmittelbaren Nähe des Buchholzes verläuft.
  Am Durchbruch: Früher die Anschrift für drei Häuser am östlichen Ende der Lindenstraße. Hier werden Ende der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts die Stadtmauer durchbrochen, die Wall-anlagen eingeebnet und zwei Häuser der Straße Auf dem Sassenhagen niedergelegt, um einen östlichen Ausgang aus der Stadt zu schaffen.
  Am Eichberg: Benennung eines Weges, der beim Neuen Friedhof von der B 191 abzweigt. Der Flurname Eekbarg (Eichberg) wird schon aus dem 16.Jahrhundert überliefert.  Eichberg
  Am Eldeufer: Anschrift für die Anfang der 70er Jahre unseres Jahrhunderts am rechten Eldeufer südlich der Stadt errichteten Häuser.
  Am Ilepol: Seit 1928 der Name der dritten Straße, die von der Buchholzallee - vom Moltkeplatz aus gesehen - nach rechts abzweigt. Die Benennung kommt von alten Flurnamen in dieser Gegend. Il ist das plattdeutsche Wort für Egel, Blutegel und Pool bedeutet Pfuhl, Sumpf oder Wasserloch. Es gibt seinerzeit einen kleinen und einen großen Ilenpool; sie liegen beide zwischen der Stadt und dem Buchholz.
  Am Kamp: Anschrift der Häuser, die an dem Wege liegen, der am Krankenhaus zum Friedhof hin abzweigt. Das Gartengelände hier hat von alters her den Flurnamen Superintendentenkamp.
Kamp
  Am Kreuztor: Bezeichnung der kurzen Straße, die unmittelbar vor dem 1848 abgebrochnen früheren inneren Kreuztor liegt. In dem Adreßbuch von 1937 wird nur "Kreuztor" angegeben.
  Am Mühlenberg: Bezeichnung der Straße, die von der höchsten Stelle in der Stadtmitte (52 m über Normal) zur Elde am Fischerdamm führt, wo früher zwei Wassermühlen betrieben werden. Die Straßenschilder weisen "Mühlenberg" aus; aber in neueren Stadtplänen, wie auch in dem Plan, der 1996 von den Stadtverwaltung herausgegeben wird, ist der Name Am Mühlenberg verzeichnet.
  Am Rabensoll: Bezeichnung für ein Ende der 70er Jahre errichtetes Wohngebiet südlich der B191 in der Richtung nach Lübz. Die Benennung kommt von einem Flurnamen in dieser Gegend.  Soll
  Am Rathaus: Benennung der Straße, die an der südöstlichen Längsseite des Rathauses verläuft. In einem Stadplan von 1829 sind hier die Wohnungen der Ratsdiener und des Ratskutschers einge-zeichnet. Deswegen gibt es auch die frühere Bezeichnung Dienerstraße. Im Volksmund hält sich lange Zeit der Name "Hinterm Rathaus"; weil diese Häuser an der Rückseite des Rathauses liegen.
  Am Spargelacker: Benennung einer Straße im Gewerbegebiet Möderitzer Weg in der Richtung nach Schwerin. Auf den sandigen Böden um Parchim befinden sich bis in die 20er Jahre große Flächen mit Spargelkulturen. In Verbindung mit dem im beträchtlichen Umfang anfallenden Dung der Pferde des Kavallerieregiments kann man hier Spargel gut ziehen. In der Übersicht der Geschäfts= und Gewerbetreibenden von 1921 werden sieben Spargelanlagen ausgewiesen. Die Parchimer Spargel werden sogar teilweise exportiert. Als diese Kulturen nach etwa zwei Jahr-zehnten überaltert sind und der Dung auch nicht mehr im früheren Umfang zur Verfügung steht, verringert sich der feldmäßige Anbau dieser Gemüseart.
Heide= oder Wüstes Feld         Konservenfabrik
  Amt Lübz: Aus einer mittelalterlichen Vogtei entsteht das Domanialamt Lübz, früher Eldenburg genannt. Die Stadt Lübz und etwa 40 größere und kleinere Dörfer im Umfeld gehören zu diesem Amt als Teil des Domaniums, das dem Landesherren unmittelbar untersteht. Die Stadt ist nur bis 1760 amtssässig, von da an gehört sie zum landständischen Verbande. Das Amt Lübz wird 1925/26 in Zusammenhang mit einer neuen Einteilung der unteren mecklenburgischen Verwaltungs-behörden aufgehoben.    Amt Neustadt         Amt Parchim
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