Entwicklungsgeschichte der Stadt Parchim von 1700 - 1900

1703 - 05 erneut Streitigkeiten zwischen Rat und Bürgerschaft.
1712
 
 
 
Im Verlaufe des Nordischen Krieges werden die Bewohner mit Einquartierungen und Lieferungen Jahre hindurch stark in Anspruch genommen. Sächsische Truppen, denen man den Eintritt in die Stadt verwehrt hatte, eroberten diese im Sturm.
1713
 
Die Regierungszeit Herzog Leopolds bringt neue Wirren und Drangsale mit sich.
1716
 
lagen mehrfach Russen in und bei Parchim im Quartier. Ihnen folgten braunschweigische Exekutionstruppen.
1733
 
 
 
 
 
 
Im Herbst rücken preußische Regimenter in die Stadt ein, womit eine schwere Leidenszeit beginnt. Preußen nimmt mehrere mecklenburgische Ämter in Pfandbesitz und verlegt die Pfandverwaltung sowie eine zeitweise beträchtliche Garnison nach Parchim. Die Soldaten verlangen von den verarmten Bürgern Quartiere und Unterhalt und sind nur zu leicht bereit, ihre Ansprüche mit Gewalt durchzusetzen. Parchim wird Mittelpunkt der verhassten preußischen Werbetätigkeit in Mecklenburg.
1756
 
 
 
Im Siebenjährigen Krieg erpressen die Preußen mit schärfsten Maßnahmen riesige Mengen an Nahrungs- und Futtermitteln. Dazu waren hohe Kriegskontributionen zu zahlen.
Die
Einwohnerschaft betrug zu dieser Zeit 2520 Seelen.
1763
 
Auch nach dem Krieg nimmt die preußische Besatzung ihren Fortgang und belastet die Stadt mit jährlich 8000 Reichstalern.
1787
 
Die preußische Verwaltung verlässt die Stadt, nachdem die Pfandämter an Mecklenburg zurückgegeben wurden.
1795
 
Um diese Zeit entstehen zahlreiche Wohnbauten in Fachwerkbauweise. Dafür wurde viel "altes Gemäuer" abgebrochen.
1797
 
Abbruch des vorderen Neuen Tores; das innere wird 1838 auf Abbruch verkauft.
1798 Einwohnerzahl: ca. 4000
1800 Helmuth von Moltke in Parchim geboren.
1805
 
 
Schweden und Russen, die gegen Frankreich in den Krieg ziehen, erhalten gegen Bezahlung Quartier. Das Wockertor wird abgebrochen und durch eine neue Toranlage in klassizistischem Stil ersetzt.
1806
 
 
 
Im Herbst dringen die Franzosen in Mecklenburg ein und setzen sich bald auch in Parchim fest. Die Einwohner werden sogleich, wie auch in den folgenden Jahren durch Einquartierungen und Kriegslieferungen vielfältig in Anspruch genommen.
1815
 
Nach Beendigung der Napoleonischen Kriege beginnt ein langsamer Aufstieg der Stadt.
1817 Gründung der Zeitung "Norddeutsche Post".
1817/18
 
 
Umbau des verwahrlosten Rathauses unter Leitung des Landesbaumeisters Barca zum Gerichtsgebäude. Das mecklenburgische Oberappellationsgericht hatte von 1818 - 1840 seinen Sitz in Parchim.
1819
 
 
Errichtung einer städtischen Maschinenanstalt, der Vorläuferin der späteren Tuchfabrik, um die selbständigen Parchimer Tuchmacher mit neuzeitlichen technischen Einrichtungen zu unterstützen.
1827
 
Die Umwandlung der alten, zuletzt wenig leistungsfähigen Gelehrtenschule in ein Gymnasium kommt zum Abschluss.
1828 - 31 besucht Fritz Reuter das Gymnasium.
1831 Beginn der Elderegulierung ab Parchim stromabwärts.
1832  Nach langen Auseinandersetzungen wird eine neue Stadtverfassung erlassen.
1843
 
 
Errichtung eines Schiffsanlegeplatzes an der Langen Brücke. In der Folgezeit sind mehrere Lastkähne für den Transport von Getreide, Holz, Futtermitteln und Kohlen in Parchim beheimatet.
1845 Bau der Chaussee Parchim - Ludwigslust.
1846 Die Chaussee Parchim - Lübz wird dem Verkehr übergeben.
1847
 
Das innere Kreuztor wird verkauft, das äußere Tor fällt 1848 der Spitzhacke zum Opfer.
1848 
 
Die revolutionären Ereignisse dieses Jahres wirken sich auch auf Parchim aus.Im Herbst Einrichtung einer städtischen Volksschule.
1850 Einwohnerzahl: 6270
1854/55
 
wird eine aus städtischen Mitteln unterhaltene Straßenbeleuchtung eingerichtet.
1858
 
wird der Postbetrieb erweitert; 1862 nimmt das Telegrafenamt seinen Betrieb auf.
1858/59 Bau der Chaussee Parchim - Crivitz.
1862 Inbetriebnahme der Gasanstalt; Gründung des Männerturnvereins.
1863
 
 
 
 
Nach Wegfall der Erhebung von Zöllen an der Stadtgrenze entstehen durch den Bau zunächst einzelne Wohnhäuser, dem die Bebauung entlang den Landstraßen - Friedrich-Franz-Straße (nach Putlitz), Lübzer Straße, Schweriner Straße, Ludwigsluster Straße und der Wallanlagen - folgt, allmählich die Vorstädte.
1868/71 Bau der Chaussee Parchim - Putlitz.
1867
 
Parchim wird Standort des 2. Mecklenburgischen Dragonerregimentes Nr. 18, Helmuth von Moltke Ehrenbürger der Stadt.
1868/71 Bau der Chaussee Parchim - Sternberg.
1873 Einweihung der Mittelschule.
1876 Errichtung des Moltkedenkmals.
1876 - 79 Bau der Kaserne.
1880
 
Einwohnerzahl: 9063
Inbetriebnahme der Eisenbahnlinie Parchim - Ludwigslust.
1882/83 Bau des Postgebäudes nach Entwurf von Prof. Stier, Hannover.
1885 Eröffnung der Südbahnstrecke Parchim - Neubrandenburg.
1890
 
Einweihung des Marienschulgebäudes für Kleinkinder in der Stiftstraße und des neuen Gymnasialgebäudes an den Wallanlagen.
1892 Die Volksschule am Mönchhof wird eingeweiht.
1893
 
 
Am 1.4.1893 wird in Parchim die MEZ (Mitteleuropäische Zeit) eingeführt. Alle öffentlichen Uhren wurden 12 Minuten vorgestellt. Bis dahin galt die Parchimer Ortszeit welche sich aus der geographischen Lage ableitete.
1896 Bau des Schlachthauses am Wockersee.
1898
 
Inbetriebnahme der Bahnlinie Parchim - Crivitz, anschl. Erweiterung der Bahnanlagen (bis 1902).
   
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