Entwicklungsgeschichte der Stadt Parchim von 1300 - 1500

Um 1300
 
 
wird die Mittelmühle (middelmohlen) erwähnt. Auch die Scoleneken- oder Ratsmühle (eine Kornmühle von drei Gängen) bestand schon um diese Zeit, später wurde sie Walkmühle.
Um 1310 
 
Der Ring der Stadtmauer (Höhe von 6 m, in der Krone eine Stärke von 0,75 m und eine Länge von etwas mehr als 2,5 km) um Parchim wird geschlossen. 
1349
 
Stiftung der St. Bartholomäuskapelle außerhalb der Altstadt; sie gilt als Dankopfer anlässlich des Endes der aufgetretenen Pest.
1350
 
 
Parchim nimmt unter den mecklenburgischen Städten eine wichtige Stellung ein. Sie steht an Bedeutung im Range hinter Rostock, neben Wismar und vor allen anderen mecklenburgischen Städten.
1351
 
wird die Walkmühle auf dem Pfaffenhause urkundlich erwähnt, 1456 die Walkmühlenbrücke.
1352 Fehde mit den Rittern von Barner zu Lenschow.
13. Jh.
bis
14. Jh.
 
Die städtische Feldmark vergrößert sich durch den Erwerb umliegender Dörfer (z.B. Schalentin, Klokow, Voddow, Lübow, Brokow und Schlepkow) die anderen Dörfer (z.B. Slate, Damm und Matzlow ) blieben als Klämmereidörfer bestehen.
1364
 
 
Das Stadtbuch verzeichnet in Parchim folgende Handwerksämter (Zünfte): Bäcker, Schuhmacher, Schmiede, Knochenhauer, Wollenweber, Gerber, Hutmacher, Fischer und Leinweber.
1377
   
Der Rat der Stadt kauft den fürstlichen Burgwall. In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts werden drei mächtige Stadttore errichtet.
1395 bis
1437 
zeugen Vergeltungszüge gegen märkische und brandenburgische Raubritter und Räuber von Selbstbewusstsein der Bürger.
1457 bis
1465 
brachte die Stadt allerlei Rechte und Besitzungen an sich, ein Zeichen für Einfluss und Wohlhabenheit.
1481
 
kommt es zwischen Rat und Bürgerschaft zu einem Streit um die Beteiligung der Bürger am Stadtregiment.
Um 1500
 
Parchim wird von etwa 3000 Menschen bewohnt; und gilt als bedeutendste Landstadt Mecklenburgs.
1506  wird das Parchimer Truppenkontingent nur von dem Rostocker übertroffen.
1516
 
 
 
 
gibt es verschiedene religiöse Gilden und Bruderschaften in der Stadt. Außerdem ermittelt der herzogliche Sekretär Monnik sechs große Handwerksämter: Schmiede(13 Personen), Knochenhauer(16), Wollenweber(50 oder 60), Schuhmacher(36), Schneider(16), Fischer(14). (Bei Groth - MJbb. 57; 1892)
Um 1530
 
wird Luthers Lehre in Parchim zuerst von Kasper Lönnies verkündet, sie stößt aber vorerst auch auf Widerstand.
1542 wird die St. Georgenkirche evangelisch.
Um 1550
 
Die Minoriten (Franziskaner) verlassen ihr Kloster in Parchim; an der St. Marienkirche wird der erste evangelische Pfarrer eingesetzt.
1560
 
 
 
 
Parchim steht auf dem Höhepunkt seiner Entwicklung und wirtschaftlichen Blüte. Bier, Hopfen und Tuche sind die Hauptausfuhrartikel der Stadt. Besonders rege Handelsbeziehungen werden mit Hamburg, Lübeck und Stralsund gepflegt. 
Die
Einwohnerzahl soll 4000 bis 5000 betragen haben.
1565 u.
1583
Die Stadt wird erneut von Seuchen heimgesucht.
 
1586
 
legt eine große Feuerbrunst 282 Wohnhäuser und viele Nebengebäude im östlichen Stadtbereich in Schutt und Asche.
1604 tritt wieder die Pest auf.
1612
 
vernichtet ein gewaltiger Brand große Teile der Stadt, darunter allein 231 Wohnhäuser des im Jahre 1586 verschonten Bereiches.
1619 wird Parchim als "arme, unvermögende Stadt" bezeichnet.
1620 Der dreißigjährige Krieg beginnt großes Leid auszulösen.
1626
 
rafft die Pest angeblich 1600 Einwohner hinweg, viele Hausstellen sind unbewohnt oder verwüstet.
1632
 
 
Die Kontributionslisten zur Erhebung einer Sondersteuer weisen 49 Handelsleute und 183 Handwerker aus, sowie 263 Steuerpflichtige, die auf Grund ihres Grundbesitzes veranlagt wurden.
1637-39  herrscht allergrößtes Elend in der Stadt mit unermesslichen Kriegsschäden.
1648
 
 
  
gibt es in Parchims mehr wüste als bebaute Hausplätze. Auch in den folgenden Jahrzehnten wurde die Stadt immer wieder von Durchmärschen und Einquartierungen brandenburgischer, polnischer, schwedischer, kaiserlicher und kursächsischer Truppen heimgesucht.
1659  sowie 1684, 1692 und 1711 verheerten Feuerbrünste große Teile der Stadt.
1677 und 1694   gibt es langandauernde Streitigkeiten zwischen Rat, Bürgervertretung, Bürgerschaft und Regierung um die Stadtverfassung.
   
<= zurück

zurück zum Seitenanfang

weiter =>