Entwicklungsgeschichte der Stadt Parchim

Ab 300
 u. Z. 
verlassen die zwischen Oder und Elbe wohnenden Germanen nach und nach das Gebiet (Völkerwanderung).
Bis 600 haben slawische Stämme das verwaiste Land in Besitz genommen.
Um 800
 
 
   
 
 
ist vermutlich die Wendenburg Parchim vorhanden. Das Land gleichen Namens umfasst schließlich 30 - 35 Dörfer. Östlich von der Burg ist eine Vorburg als Dienstleistungsstätte und landwirtschaftliche Siedlung, außerdem eine Fischersiedlung auf dem Eldewerder zu vermuten. Als Standort eines wendischen Heiligtums ist die benachbarte Anhöhe, auf der später die christliche St. Georgenkirche errichtet wurde, anzunehmen.
1158
 
Bischof Berno von Schwerin betreibt gezielte Christianisierung im westlichen Teil Mecklenburgs.
1160
 
 
 
 
Helmold, Chronist dieser Zeit, berichtet, dass der Obotritenfürst Niklot beim Vordringen Heinrichs des Löwen nach Osten alle slawischen Burgbauten (mit Ausnahme von Werle) in Brand stecken ließ. Die Stätten dieser Wallburgen machte Heinrich zu seinen ersten, durch sächsische Besatzungen gesicherten Stützpunkten. 
1170
 
  
Anfang des Jahres lässt Kaiser Friedrich I. zu Frankfurt am Main eine Urkunde ausfertigen, in der er die Grenzen des Bistum Schwerin festlegt, hier erscheint die Burg Parchim erstmalig in einer überlieferten Urkunde.
1182/83
 
Der Historiker Latomus gibt an, dass bereits vor dieser Zeit eine deutsche Siedlung Parchim bestanden haben muß.
Um 1200 
  
wurde die erste St. Georgenkirche, eine mit Backsteinen erbaute Basilika errichtet.
1201
 
 
soll die Siedlung (nach Latomus) von Heinrich Borwin I. schon als Stadt erneuert und instandgesetzt worden sein, da sie in den vorangegangenen Kriegsjahren erheblich gelitten habe.
1225/26
 
  
In einer überlieferten Urkunde aus dieser Zeit werden die Privilegien der Stadt Parchim bestätigt. Hier ist das Parchimer Recht festgelegt, das auch anderen Städten verliehen wurde.
1225/30
 
In dieser Zeit wurde die Elde durch Fischerdamm und Mühlendamm aufgestaut und dem Betrieb von Mühlen nutzbar gemacht.
1229
 
 
war die Besiedlung der Gegend bereits soweit fortgeschritten, dass von der Kirche vier ländliche Pfarrsprengel mit eigenen Kirchen abgetrennt werden mussten.
1230/40
 
 
Der Rat erteilt der Parchimer Bruderschaft der Fischer eine Amtsordnung. In dieser Urkunde erscheinen zum ersten Mal Parchimer Ratsmannen.
1238
 
kommt Pribislaw III. von Parchim/Richenberg zur Regierung. In den ersten Jahren nahm er seinen Wohnsitz auf der Burg Parchim.
Um 1240
 
 
wird gegenüber der auf dem rechten Eldeufer entstandenen Altstadt Parchims ( von dem Landesfürsten ) auf der anderen Flussseite die Neustadt Parchims planmäßig angelegt.
1241
 
Für dieses Jahr finden sich Hinweise auf Handelsbeziehungen zwischen Parchim und Hamburg.
1246 
 
 
 
werden die Parchimer Minoritenbrüder (Franziskanermönche) erstmals urkundlich genannt. Um diese Zeit wird also das Kloster auf dem Werder
( Flussinsel) heutigen Mönchhof zwischen den beiden östlichen Eldearmen gebaut worden sein. 
1258
 
 
 
 
Vor dem Kreußtor befand sich im Mittelalter ein jüdischer Begräbnisplatz. Mitte des 14. Jahrhunderts wird der Platz verwüstet, und die Grabsteine 
- deren ältester aus dem Jahr 1258 stammt
- wurden als Baumaterial verwendet
Man sieht sie heute noch zum Teil in der St. Marienkirche.
1278 wird die St. Marienkirche, die Kirche der Neustadt, geweiht.
1282 schlossen sich Altstadt und Neustadt zusammen.
Um 1289
 
 
 
 
wird die erste St. Georgenkirche (Basilika) durch einen Brand schwer beschädigt. An ihrer Stelle wurde die heutige Georgenkirche eine große gotische Hallenkirche mit einem wuchtigen Turm errichtet. Reste der alten Kirche sind an Turmseite (oder Westfront) der Kirche noch heute sichtbar.
Bis 1300
 
 
hatte sich die Stadt kräftig entwickelt, wie die Urkunden erkennen lassen. Einzelne Bürger waren zu rechtem Wohlstand gelangt, wie die reichen Vermächtnisse an Kirchen und Stiftungen zeigen.
   
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